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3D Premiere bei LIGA total!

Letzte Woche durfte ich das Sonntags-Spiel der Bundesliga zwischen Kaiserslautern und Köln in 3D verfolgen. Ich war zwar nicht auf dem Betzenberg, dafür aber in der Allianz Arena. Dorthin lud die Deutsche Telekom zur 3D Premiere bei LIGA total! Schon komisch, zum Fernsehen in ein Stadion zu fahren.

Dort angekommen, wurde man herrlich unaufgeregt empfangen. Man konnte in Ruhe die neue Technik ausprobieren und sich bei den anwesenden Technikern der Telekom zu den technischen Details informieren.

Der Blick durch die 3D-Brille war am Anfang etwas ungewohnt. Die Brille ist groß genug, um auch Brillenträgern den nötigen Komfort zu bieten - insofern man zwei Brillen auf der Nase verkraften kann.

Blick durch die 3D-Brille

Bislang kannte ich das 3D-Erlebnis eigentlich nur vom Kino. Doch da gilt es inzwischen die Spreu vom Weizen zu trennen. Avatar z. B. war super. Ansonsten hat man oft das Gefühl, einfach nur einen 3D-Aufschlag zu zahlen, für den man nichts geboten bekommt. Das Schöne an 3D im Kino ist, dass der Effekt der räumlichen Tiefe einen direkt "berührt". Die Objekte auf der Leinwand kommen quasi direkt auf einen zu.

Im Fernsehen ist das genau umgekehrt. Die räumliche Tiefe geht in den Fernseher hinein. Daher ist die Größe des TV-Geräts m. E. sehr wichtig für den 3D-Effekt an sich. Der Fernseher bei der Präsentation war mir ein wenig zu klein. Oder wir saßen zu weit weg. Ansonsten kam die 3D-Tiefe aber gut rüber - besonders in Nahaufnahmen oder aus der Perspektive der Hintertor-Kamera. In der Totalen merkt man von 3D nicht so wirklich viel.

Das Bild an sich ist leider aufgrund technischer Einschränkungen auch ein wenig dunkler als normal. Das war am Anfang des Spiels ein wenig ungewohnt. Ab und zu flackerte die Brille, was wohl hauptsächlich am Umgebungslicht lag. Insgesamt machte es aber schon Spaß, Fußball in 3D zu schauen. Auch Toni Kroos kam übrigens kurz vorbei und hat uns ein wenig Gesellschaft geleistet.

Toni Kroos schaut LIGA total 3D / Foto: Alexandra Beier/DTAG

Nichts desto trotz halte ich es aber eher für schwierig, dass sich 3D für zuhause durchsetzt. Nicht nur für Fußball, sondern auch für Film. Das Hauptproblem sind nämlich die Kosten. Ein 3D-Fernseher und die dafür notwendigen Brillen sind nicht gerade günstig. Fraglich, ob in absehbarer Zeit genügend Haushalte mit der entsprechenden Hardware ausgestattet sind, damit sich 3D-Angebote für den Anbieter wirklich lohnen.

Die Produktion von Fußballspielen in 3D z. B. ist richtig aufwendig. Die 3D-Produktion muss aktuell parallel zur normalen Produktion abgewickelt werden und es gibt leider nicht in allen Bundesliga-Stadien die für die 3D-Kameras notwendigen Stellplätze. Von daher schon cool, dass die Telekom das überhaupt versucht und anbietet.

Persönlich fehlt mir aktuell die nötige Hardware, da ich mir erst vor einem halben Jahr einen 46 Zoll Fernseher geleistet habe, den ich nicht schon wieder durch ein 3D-Gerät ersetzen kann. Aber wer bereits ein entsprechendes Fernseh-Gerät zuhause hat, sollte sich den 3D-Fußball ruhig mal näher anschauen. Könnte Spaß machen :)

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